10 Fragen zum Musikstreaming

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Zehn Fragen zum Musikstreaming 

Das Musikstreaming ist momentan einer der meistdiskutierten Trends in der Musikwelt. Bei dieser relativ neuen Art der Musiknutzung werden Songs oder Alben nicht gekauft, sondern im Sinne eines „Mietmodells“ wird der Zugang zu einem nahezu unendlichen Musikrepertoire zur Verfügung gestellt: Je nach Anbieter stehen bis zu 30 Millionen Songs online bereit. Etwa jeder zehnte Deutsche hat schon einmal einen der 15 in Deutschland verfügbaren legalen Audiostreaming-Dienste genutzt, sei es im Rahmen eines werbefinanzierten Gratismodells, eines Premium-Services oder eines Schnupperangebots. 

Wie Streaming genau funktioniert, haben wir im Folgenden in den zehn wichtigsten Fragen beantwortet. Darüber hinaus gilt: Probieren geht über studieren! Auf der richtigen Seite bist Du, wenn Du Dich bei den Diensten umschaust, die schon heute PLAYFAIR-Partner sind.

1. Was ist Musikstreaming?

Beim Streaming hört man Musik als Datenstrom: Dateien werden schubweise in kleinen Paketen via Internet auf ein Endgerät wie beispielsweise einen PC, ein Smartphone oder einen Tablet-Computer übertragen, ohne dort oder auf der Festplatte dauerhaft gespeichert zu werden. Dem User steht – unabhängig vom Speicherplatz – ständig eine große Auswahl 

an Künstlern, Alben und Songs zur Verfügung, je nach Dienst bis zu 30 Millionen Titel. Die Bandbreite der Stilrichtungen reicht von aktuellen Chart-Platzierungen, Reggae, Elektro und Juwelen aus dem Independent-Bereich über Country und Oldies bis hin zu Chanson und klassischer Musik. Hörer können konkret nach speziellen Titeln, Künstlern, Alben oder einfach Genres suchen und auf diese Weise ihre Lieblingsmusik genießen oder dank ständiger personalisierter Vorschläge spannendes musikalisches Neuland betreten. 

Eine persönliche Auswahl an Songs – oder ganze Alben – können in Playlists zusammengestellt werden, die bei bezahlten Premium-Abonnements auch offline verfügbar gemacht werden können. Bei einigen Diensten können auch Songs aus der eigenen Musiksammlung zu den Playlisten hinzugefügt und mit dem Repertoire der Streamingsdienste „gemischt“ werden - diese Songs sind dann aber immer nur auf dem Gerät, auf dem sie hinzugefügt wurden, nutzbar.

Für die Nutzung dieser Dienste ist es erforderlich, sich vorab zu registrieren - in der Regel wird eine monatliche Abo-Gebühr erhoben. Einige Dienste bieten zudem auch kostenfreie Varianten an, die über einen reduzierten Funktionsumfang verfügen und sich über Werbung finanzieren. Durch Schnittstellen zu Facebook oder anderen Social Media Plattformen besteht je nach Anbieter im Übrigen die Möglichkeit, Playlisten von Freunden zu durchstöbern und per Social Listening interessante Neuentdeckungen zu machen. 

Technologisch bieten fast alle Dienste Browserlösungen zum Musikhören am Windows-PC oder Mac an. Bei einigen Anbietern muss zunächst ein sog. Client heruntergeladen und auf dem PC installiert werden. Für die mobile Nutzung muss die jeweilige App im Appstore heruntergeladen werden.

2. Muss ich dafür immer online sein?

Ja und nein. Prinzipiell ist für diese inzwischen sehr beliebte Art des Musikhörens eine Internetverbindung erforderlich – dabei gilt: Je höher die Bandbreite des Internet-Zugangs, desto reibungsfreier läuft der Stream. Die meisten Dienste bieten im Rahmen bezahlter Premium-Abonnements dabei auch einen sog. Offline-Modus an, der mit einem einzigen Klick aktiviert werden kann: Songs und Playlisten, die Online ausgewählt wurden, werden dann offline zwischengespeichert und können so beispielsweise auf dem Smartphone oder Tablet-Gerät auch dann abgerufen werden, wenn mal kein Netzzugang möglich oder gewollt ist – für Musikfans und Vielreisende ein unverzichtbares Feature. 

Wer Audiostreaming-Dienste in Anspruch nehmen möchte, sollte über einen entsprechenden Datentarif für das Internet bzw. das Mobiltelefon verfügen, am besten natürlich eine Flatrate. Sofern der genutzte Musikstreaming-Dienst über einen Offline-Modus verfügt, bietet es sich an, die gewünschten Titel oder Playlisten per W-LAN auf dem Smartphone zu synchronisieren, um unterwegs keinen Datenverkehr zu verursachen. Im Ausland ist es angeraten, die Dienste entweder im Offline-Modus oder über eine bestehende W-LAN Verbindung zu nutzen, da ansonsten hohe Roaming-Kosten anfallen können.

3. Welche Dienste gibt es in Deutschland?

Mittlerweile liegt die Zahl der legalen Audio-Streaming-Dienste allein in Deutschland bei 15. Zu Pionieren wie Napster gesellen sich heute Deezer, Juke, Rdio, Rara, simfy, Spotify, Wimp sowie spezielle an Hardware gebundene Services wie Sony Music Unlimited und Samsungs Music Hub.

Funktion, Umfang und Preis der Pakete liegen bei den meisten dicht beieinander: Man bezahlt eine monatliche Gebühr ab etwa 5 Euro und kann dafür auf die komplette Musik-Sammlung zugreifen. Für rund 10 Euro im Monat bekommen User als Premium-Kunden außerdem neben der mobilen Nutzungsmöglichkeit auch die Offline-Version und damit den ständigen Zugriff auf ihre Lieblingstitel und -Künstler geboten. Nur bei sogenannten Freemium-Modellen gibt es auch eine werbefinanzierte Variante mit reduziertem Funktionsumfang.

4. Wie kann ich unterwegs Musik streamen?

Die meisten Musikstreaming-Dienste bieten auch mobile Nutzungsmöglichkeiten an, in der Regel gegen einen kleinen Aufpreis zum Einstiegsabonnement. Wer über ein entsprechendes Abonnement mit mobiler Nutzung verfügt, muss sich die jeweilige App im AppStore auf dem eigenen Smartphone herunterladen – und kann dann im Rahmen dieser App die Musik auch mobil nutzen. 

Interessant ist dabei, dass Playlisten, wenn man Online ist, automatisch über die Cloud synchronisiert werden. Das heißt: Werden die Online-Playlists per PC angelegt, sind sie automatisch auch per Smartphone abrufbar. Wer also unterwegs Musik hören möchte, kann immer gleich auf alle seine Playlisten zugreifen.

Wer Audio-Streaming-Dienste mobil in Anspruch nehmen möchte, sollte über einen entsprechenden Datentarif für das Mobiltelefon verfügen, am besten eine Flatrate. Denn bei der mobilen Nutzung im Online-Modus fällt zusätzlicher Datenverkehr an, der Extrakosten verursachen oder eine Reduzierung der Datenübertragung zur Folge haben kann – hier empfiehlt sich im Zweifelsfall eine Rücksprache mit dem Mobilfunkanbieter, zumal einige auch spezielle Angebote für das Musikstreaming bereitstellen.

Sofern der genutzte Musik-Streaming-Dienst über einen Offline-Modus verfügt, bietet es sich an, die gewünschten Titel oder Playlists per W-LAN auf dem Smartphone zu synchronisieren, um unterwegs keinen Datenverkehr zu verursachen. Im Ausland ist es angeraten, die Dienste entweder im Offline-Modus oder über eine bestehende W-LAN Verbindung zu nutzen, da ansonsten hohe Roaming-Kosten anfallen können. 

Einige Dienste bieten übrigens mittlerweile auch die kostenlose mobile Nutzung an, in der Gratisversion ist dabei aber keine freie Titelwahl innerhalb der Playlisten möglich. Zudem muss der Nutzer Werbeunterbrechungen in Kauf nehmen.

5. Wie viele Geräte kann ich mit einem Account nutzen?

Das ist von Dienst zu Dienst anders geregelt und unterscheidet sich hinsichtlich der Online- und der Offline-Nutzung der Services. Im Online-Modus kann in der Regel nur ein Nutzer den registrierten Account nutzen, d.h. die Nutzung eines Accounts mit zwei Geräten zur gleichen Zeit ist im Online-Modus nicht möglich. Offline sieht das anders aus. Hier unterscheiden sich die Dienste dahingehend, auf wie vielen Geräten Du Dir Offline-Playlisten anlegen kannst, die Du dann natürlich auch zur gleichen Zeit hören kannst. Wie beim Schuhkauf lohnt es sich hier, die Dienste vorher zu testen und sich dann für den Dienst zu entscheiden, der zu den eigenen Anforderungen und Gewohnheiten am besten passt.

6. Wie unterscheiden sich die Dienste in ihrer Klangqualität?

Selbst die beste Musiksammlung macht ohne ein ordentliches Klangerlebnis keinen Spaß. Die Qualität des Streaming-Sounds variiert nicht nur von Dienst zu Dienst, sondern kann auch innerhalb eines Anbieters stark schwanken: Viele Dienste bieten heute unterschiedliche Qualitätsstufen auf MP3-Niveau an. Ganz neu sind darüber hinaus Services wie Wimp und Qobuz, die verlustfreies Streaming in CD- oder gar Masterqualität anbieten.

Dabei gilt: Je höher die Soundqualität, desto höher auch die Datenübertragung. Der User kann zumeist selbst entscheiden, welche Bitrate der in Anspruch nehmen möchte. Für die Smartphone-App gibt es außerdem mobilfunkfreundliche kleinere Bit-Pakete. Generell liegen die meisten Streaming-Dienste in Sachen Sound dabei nicht weit voneinander entfernt. 

Übrigens lassen sich viele Streaming-Dienste mittlerweile bequem auch über die Stereoanlage nutzen, sofern diese über einen entsprechenden Player verfügt. Zudem gibt es neuartige Lautsprecher für Streaming-Dienste oder Bluetooth-Boxen fürs Smartphone, bei denen die Musik direkt übertragen wird.

7. Ist Streaming ganz legal?

Ja, die in Deutschland verfügbaren Audio-Streaming-Dienste wurden von den Musikfirmen lizenziert. Außerdem entrichten die Anbieter grundsätzlich Lizenzen an Verwertungsgesellschaften wie die GEMA. Das heißt: Bei jedem gestreamten Song verdienen die Kreativen und ihre Partner mit.

Wer ganz sicher gehen möchte, findet hier eine Liste der Streaming-Dienste, die bereits PLAYFAIR-Partner geworden sind, also rechtmäßig agieren, indem sie Lizenzvereinbarungen mit den Rechteinhabern abgeschlossen haben  und die Künstler und ihre Partner an den Einnahmen beteiligen. Die Liste ist aber nicht abschließend: So kann es vorkommen, dass einige Bezahldienste, die zwar auch legal sind, noch nicht aufgeführt sind, zum Beispiel, weil sie sich noch in der Antrags- oder Prüfungsphase befinden.

8. Wie funktioniert die Vergütung der Labels und Künstler?

Die Kreativen und ihre Partner werden an den Einnahmen der Streaming-Dienste prozentual beteiligt. Wie hoch die Vergütung tatsächlich ist, hängt von den individuellen Verträgen einerseits zwischen den Plattenfirmen und den Künstlern sowie andererseits zwischen den Firmen und den jeweiligen Streaming-Diensten ab. Entscheidend für die Höhe der Zahlungen ist dabei die Häufigkeit, mit der ein Track gestreamt wird. Damit richtet sich die Bezahlung direkt auch nach der Beliebtheit der Songs.

Anders als bei Downloads oder CD-Käufen, wo der Nutzer ein einziges Mal bezahlt, verdienen der Künstler und seine Partner beim Streaming also jedes Mal aufs Neue, wenn der Song gestreamt wird. So kann durch viele Kleinstbeiträge über einen längeren Zeitraum hinweg ein substanzieller Betrag – und damit eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem Verkauf von Musik per CD oder Download erwirtschaftet werden. Ein weiterer Vorteil: Gerade für diejenigen, die sich bisher ausschließlich illegal aus dem Netz versorgt haben, hat Streaming das Potential, eine Brücke zum legalen Konsum zu bilden.

9. Was passiert, wenn ich mich von einem Dienst wieder abmelde?

Wer sein Abo bei einem Streaming-Anbieter kündigt, hat in der Regel keinen Zugriff mehr auf die dort oder in den Playlists befindlichen Songs. Das gilt auch für die im Offline-Modus angelegten Songs. Ob die Information, welche Songs in den Playlists enthalten waren, auch über das Abo hinaus erhalten bleibt und ggfs. sogar exportiert und bei späterer Nutzung wieder verwendet werden kann, variiert. Hier lohnt sich ein Vergleich der Anbieter. Bei Diensten, die auch eine kostenfreie Variante bieten, bleiben die Playlists in der Regel bestehen – die Nutzung erfolgt dann aber eingeschränkt und unter Einblendung von Werbung.

10. Wie finde ich für mich die richtige Plattform heraus?

Wer sich bei der Auswahl nicht allein auf Ratschläge und Empfehlungen von Freunden und Foren verlassen möchte, macht sich am besten selbst ein Bild. Alle Dienste bieten die Möglichkeit, ihren Service zunächst kostenlos und in vollem Umfang zu testen, bevor man sich für ein kostenpflichtiges Abo entscheidet. Die Testphase dauert im Normalfall zwischen einer Woche und einem Monat. Ausgestattet mit speziellen Features wie externen Apps, Zusatzinformationen zu laufenden Künstlern oder der Möglichkeit externe MP3s in die Playlisten zu integrieren, hat jeder Dienst seine eigene Sparte gefunden. Wo der eine seinen Fokus auf die Empfehlung und Vorstellung von Musik legt, steht bei anderen z.B. die soziale Interaktion im Vordergrund.